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Roemer– und Pelizaeus–Museum

22:30-23:00 Uhr, Roemer– und Pelizaeus–Museum

Kammermusik

Alliage Quintett:
Daniel Gauthier, Sopran–Saxophon;
Raphael Camenisch, Alt–Saxophon;
Koryun Asatryan, Tenor–Saxophon;
Sebastian Pottmeier, Bariton–Saxophon;
Jang Eun Bae, Klavier

Johann Sebastian Bach

Gavotte aus der Französischen Suite Nr. 5 G–Dur BWV 816;
"Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ" Choralvorspiel BWV 639;
Aria und Menuett aus der Französchen Suite Nr. 2 c–Moll BWV 813;
Air aus der Orchestersuite Nr. 3 D–Dur BWV 1068

Fanny Hensel:

Drei Lieder op. 1

Felix Mendelssohn Bartholdy:

Konzertstück Nr. 2 op. 114;
Rondo Capriccioso op. 14


Die Wertschätzung von Bachs Musik durch Felix Mendelssohn Bartholdy spiegelt sich in diesem Programm des Alliage-Quintetts wider. Berühmt gewordene Tonsätze des ehrwürdigen Thomaskantors werden im Klanggewand der fast notengetreuen Adaption für Saxophonensemble und Klavier lebendig und klingen erstaunlich authentisch.

Aber auch Felix Lieblingsschwester Fanny kommt mit Liedern aus op. 1 zu Wort und vom diesjährigen Jubilar erklingt das Konzertstück op. 114, dessen Entstehungsgeschichte amourös anmutet: Mendelssohn komponierte sein Konzertstück op. 113 an einem (einzigen) Dezembertag 1832 für die befreundeten Klarinettisten Heinrich und Carl Baermann mit dem humorigen Untertitel "Ein großes Duett für Dampfnudel oder Rahmstrudel…". Das kam so: Als sich die beiden 1832 in Berlin trafen, wünschte sich Mendelssohn von seinem Freund sein Leibgericht, Dampfnudeln mit Rahmstrudel. Baermann ließ sich nicht zwei Mal bitten und machte sich an die Arbeit, erbat sich aber vom Komponisten als Gegenleistung für sich und seinen Sohn Carl ein Duo für Klarinette und Bassetthorn. Gesagt, getan: Während die Bärmänner kochten, komponierte Mendelssohn das Konzertstück Nr. 1 op.113. Zum Mittagessen bliesen die Klarinettisten zur Begleitung von Mendelssohn das Duo als Vorspeise, den Hauptgang bildete das Leibgericht des Komponisten. Einige Tage später wiederholten sie den Vorgang und es entstand das Konzertstück Nr. 2 op. 114.

In der 1826 komponierten "Sommernachtstraum"-Ouvertüre, dem einzigartigen Geniestreich des gerade einmal 17-jährigen Komponisten, hatte Mendelssohn den Hörer in König Oberons Zauberreich geführt. Ein Jahr darauf dürfte das im Tonfall auffallend verwandte »Rondo capriccioso« E-Dur entstanden sein, das die Künstler an den Schluss ihres Programms gestellt haben.