
22:30-23:00 Uhr, Heilig-Kreuz-Kirche
Bläsermusik
Alexander Morogowsky, Klarinette
Jenya Poliak, Bassetthorn
Christian Seibert, Klavier
Felix Mendelssohn Bartholdy
Konzertstück für Klarinette, Bassetthorn und Klavier f–Moll op. 113;
Phantasie fis–Moll op. 28 für Klavier solo;
Konzertstück für Klarinette, Bassetthorn und Klavier d–Moll op. 114
Mendelssohn komponierte sein Konzertstück op. 113 an einem (einzigen) Dezembertag 1832 für die befreundeten Klarinettisten Heinrich und Carl Baermann mit dem humorigen Untertitel "Ein großes Duett für Dampfnudel oder Rahmstrudel…". Das kam so: Als sich die beiden 1832 in Berlin trafen, wünschte sich Mendelssohn von seinem Freund sein Leibgericht, Dampfnudeln mit Rahmstrudel. Baermann ließ sich nicht zwei Mal bitten und machte sich an die Arbeit, erbat sich aber vom Komponisten als Gegenleistung für sich und seinen Sohn Carl ein Duo für Klarinette und Bassetthorn. Gesagt, getan: Während die Bärmänner kochten, komponierte Mendelssohn das Konzertstück Nr. 1 op.113. Zum Mittagessen bliesen die Klarinettisten zur Begleitung von Mendelssohn das Duo als Vorspeise, den Hauptgang bildete das Leibgericht des Komponisten. Einige Tage später wiederholten sie den Vorgang und es entstand das Konzertstück Nr. 2 op. 114.
Zwischen den beiden Konzertstücken serviert Christian Seibert die dreisätzige Klavierfantasie fis-Moll op. 28. Sie stammt von 1833 aus der ersten Düsseldorfer Zeit. Inspiriert durch Mozarts c-Moll-Fantasie, weist der Untertitel "Sonate écossaise" auf die Nähe des Hauptthemas zu einem schottischen Volkslied. Das sehr brillante und bewegte Stück mit seinem modern anmutenden Improvisationscharakter hat sich als Herausforderung für die Tastenkünstler im Konzertsaal behauptet.
